KW 51: Werbemarkt-Prognose, Instagram Storys ohne Tag, KI-Verunsicherung
In der vergangenen Woche: Der ZAW prognostiziert für 2025 ein Werbemarkt-Plus von 3,2 Prozent, wobei globale Plattformen dominieren. Instagram ermöglicht das Teilen öffentlicher Storys ohne Markierung, während eine WARC-Umfrage Verunsicherung durch KI in Marketingabteilungen offenlegt. Parallel untersucht die EU Google wegen KI-generierter Suchergebnisse, und programmatische Anzeigen erobern AI-Chatbots – mit Kontext als neuem Targeting-Werkzeug.
Deutscher Werbemarkt wächst moderat – internationale Plattformen profitieren überproportional
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) erwartet für 2025 Netto-Werbeeinnahmen von 27,54 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Inklusive Honoraren und Produktionskosten ergeben sich Gesamtinvestitionen von 39,13 Milliarden Euro. Der Löwenanteil dieses Wachstums fließt allerdings an wenige globale Plattformen, die den Markt dominieren.
Während digitale Werbung als Wachstumstreiber fungiert, fallen die Steigerungsraten bei klassischen Medien deutlich geringer aus oder entwickeln sich sogar rückläufig. ZAW-Präsident Andreas F. Schubert fordert verlässlichere Rahmenbedingungen und eine Regulierung, die wirtschaftliche Realität stärker berücksichtigt. Die strukturelle Spreizung im Werbemarkt verschärft sich weiter.
Quelle: Meedia
Instagram erweitert Reichweiten-Potenzial durch teilbare öffentliche Storys
Meta führt für Instagram eine Funktion ein, die öffentliche Storys ohne vorherige Markierung des Ursprungs-Accounts teilbar macht. Für Content-Anbieter könnte dies neue organische Reichweiten-Potenziale eröffnen: So können sich Storys einfacher weiterverbreiten, ohne dass zusätzlicher Content produziert werden muss. Besonders relevant für Creator, Brands und Publisher ist die Kontrollmöglichkeit – ihr könnt in den Einstellungen jederzeit festlegen, ob eure Storys geteilt werden dürfen oder nicht.
Diese Flexibilität ermöglicht es euch, strategisch zu entscheiden, welche Inhalte für virale Verbreitung freigegeben werden. Die Funktion dient als Verstärker für reichweitenstarke Inhalte und könnte eure Social-Media-Monetarisierung durch höhere Sichtbarkeit unterstützen. Wer seine Story-Strategie entsprechend anpasst, kann von zusätzlichem Traffic profitieren, ohne die Kontrolle über die eigenen Inhalte zu verlieren.
Quelle: OnlineMarketing.de
KI-Revolution verunsichert Marketing-Entscheider und Agenturen
Eine aktuelle WARC-Umfrage offenbart erhebliche Verunsicherung in Marketingabteilungen und Agenturen durch den Aufstieg künstlicher Intelligenz. Die Disruption der Werbeindustrie durch KI zählt zu den größten Sorgen von Marketing-Entscheidern – trotz wiederkehrender Beteuerungen, dass KI Menschen nicht ersetzen, sondern ungeliebte Aufgaben übernehmen werde.
Für die Zusammenarbeit mit Werbetreibenden bedeutet diese Schockstarre: Budgetentscheidungen könnten verzögert werden, während Unternehmen ihre KI-Strategien neu ausrichten. Die Tech-Revolution beeinflusst nicht nur Kreativprozesse, sondern auch die Art, wie Kampagnen geplant und ausgeliefert werden. Es kann dazu führen, dass Werbepartner verstärkt nach KI-gestützten Lösungen fragen und gleichzeitig Orientierung suchen. Wer hier beratend agiert und konkrete Use Cases für KI-Integration in der programmatischen Vermarktung aufzeigt, positioniert sich als kompetenter Partner in unsicheren Zeiten.
Quelle: Horizont
EU untersucht Google wegen KI-Zusammenfassungen in Suchergebnissen
Die Europäische Kommission hat eine Untersuchung gegen Google eingeleitet, die sich auf KI-generierte Zusammenfassungen in Suchergebnissen konzentriert. Der Vorwurf: Google nutze Inhalte von Websites für seinen AI Overview-Service, ohne Publisher angemessen zu kompensieren oder ihnen eine Opt-out-Möglichkeit zu bieten. Auch YouTube-Videos sollen zur Verbesserung von KI-Systemen herangezogen werden – ohne dass Content-Ersteller widersprechen können.
Google selbst spricht von einem Risiko für Innovation in einem wettbewerbsintensiven Markt und betont die Zusammenarbeit mit News- und Kreativindustrie beim Übergang ins KI-Zeitalter.
Quelle: BBC
Programmatische Werbung erobert AI-Chatbots als neuen Kanal
PubMatic hat eine Partnerschaft mit Kontext angekündigt, die programmatische Anzeigen in AI-Chatbots ermöglicht – die erste Integration einer SSP in diesem Bereich. Für euch eröffnet sich damit ein neuer Monetarisierungskanal: AI-Suchmaschinen wie Liner nutzen bereits die Technologie, um Werbeflächen programmatisch zu vermarkten. Der entscheidende Vorteil liegt im Kontext: Nutzer-Prompts sind Teil spezifischer Konversationen, was präziseres Targeting ermöglicht als fragmentierte Signale aus Social Media oder CTV.
Liner-CEO Luke Jinu Kim berichtet von höheren Fill Rates und besseren Conversion Rates durch kontextuelle Ausrichtung. Kontext analysiert Gesprächsinhalte und passt Anzeigenformate dynamisch an, sodass keine störenden Banner in textlastigen Umgebungen erscheinen. Wer bereit ist, kreative Kontrolle abzugeben, erhält detaillierte Insights zu Performance-Variationen. Die Herausforderung: Während neue AI-Chatbots von Werbeerlösen profitieren, verlieren traditionelle Publisher Traffic. PubMatic-Manager Nishant Khatri sieht die Lösung darin, dass Publisher eigene AI-Chatbots entwickeln – erste Ansätze sind bereits erkennbar.
Quelle: AdExchanger






