KW 10: Digitale Werbung wächst, TTD’s Ventura expandiert, Google-Update abgeschlossen
In der vergangenen Woche: Laut der aktuellen OVK-Prognose knackt der deutsche Online-Werbemarkt 2026 die 8-Milliarden-Marke, wobei Video erstmals Display-Werbung überholt. Parallel erweitert The Trade Desk Ventura zum Ökosystem-Ansatz und IAB Europe fordert risikobasierte Vereinfachung der GDPR. Außerdem schließt Google das Discover-Update ab, das US-Publisher bevorzugt und Clickbait reduziert.
Deutscher Werbemarkt erreicht neue Rekordmarke
Der Online-Vermarkterkreis (OVK) prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 8,7 Prozent im deutschen digitalen Werbemarkt. Damit würde erstmals die Schwelle von acht Milliarden Euro überschritten – konkret werden 8,2 Milliarden Euro erwartet. Besonders bemerkenswert: Online-Video wird mit 4,2 Milliarden Euro erstmals umsatzstärker als Display-Werbung mit 4,0 Milliarden Euro. Damit gewinnt Bewegtbild-Inventar weiter an Wert: Die Branchen-Dienstleistungen und -Finanzen steigerten ihre Investitionen 2025 um 17 beziehungsweise 27 Prozent. Programmatic Advertising erreicht 2026 einen Anteil von 80 Prozent am Gesamtumsatz – das entspricht 6,5 Milliarden Euro. Mobile Formate dominieren zunehmend: Im Display-Bereich entfallen vier der zehn umsatzstärksten Werbeformen auf den Small Screen.
Quelle: Absatzwirtschaft
The Trade Desk transformiert Ventura zum Ökosystem-Modell
Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Aufbau eines eigenen CTV-Betriebssystems wechselt The Trade Desk die Strategie. Das Unternehmen kündigte das Ventura Ecosystem an – eine Kooperation mit bestehenden OS-Anbietern statt direkter Konkurrenz. Erste Partner sind V (ehemals VIDAA TV OS) mit 50 Millionen Geräten weltweit sowie der DSP-Konkurrent Nexxen. Teilnehmer erhalten Zugang zu The Trade Desks Tools wie OpenPath, Unified ID 2.0, EUID, OpenAds und OpenPass. Dies könnte mehr Transparenz in der CTV-Lieferkette und potenziell höhere Werbeerlöse durch effizientere Auktionen bedeuten.
Die Integration von Nexxen zeigt, dass selbst Wettbewerber die Vision einer transparenteren CTV-Werbelandschaft teilen. CEO Jeff Green hatte ursprünglich argumentiert, dass Effizienzgewinne im Ökosystem die Streaming-Kosten für Endnutzer senken könnten. Ob das Ventura Ecosystem diese Wirkung entfaltet, hängt davon ab, wie viele große OS-Anbieter sich anschließen.
Quelle: VideoWeek
IAB Europe warnt vor unpraktikablen Consent-Mechanismen
IAB Europe begrüßt grundsätzlich die Digital Omnibus-Initiative der EU-Kommission zur Vereinfachung des digitalen Regelwerks. In einem Positionspapier fordert der Verband jedoch eine echte risikobasierte Herangehensweise. Besonders kritisch sieht IAB Europe den Vorschlag für zentralisierte oder Browser-basierte Consent-Mechanismen. Diese seien technisch nicht umsetzbar und würden besonders kleinere Publisher sowie unabhängige Anbieter treffen. Das Problem: Wenn Consent vom direkten Verhältnis zwischen Nutzern und Publishern entkoppelt wird, könnt ihr als Content-Anbieter den Wert eurer werbefinanzierten Inhalte nicht mehr vermitteln.
IAB Europe argumentiert, dass dies Werbeerlöse reduzieren und letztlich den Zugang zu kostenlosen Inhalten gefährden würde. Der Verband fordert zudem Klarheit bei der Definition personenbezogener Daten und plädiert dafür, Consent nur bei risikoreichen Datenverarbeitungen zu verlangen. Für operative Funktionen mit minimalem Datenschutzrisiko sollten andere Rechtsgrundlagen ausreichen.
Quelle: IAB Europe
Google schließt Discover-Update mit US-Fokus ab
Nach 21 Tagen hat Google das Februar-2026-Discover-Core-Update abgeschlossen. Es ist das erste bestätigte Update dieses Jahres und das erste, das ausschließlich Google Discover betrifft – nicht die reguläre Suche. Die Änderungen gelten zunächst nur für englischsprachige Nutzer in den USA, sollen aber in den kommenden Monaten global ausgerollt werden.
Google priorisiert nun lokale Inhalte von Websites aus dem jeweiligen Land, reduziert Clickbait und sensationelle Inhalte sowie hebt Seiten mit nachgewiesener thematischer Expertise hervor. Dies könnte zu Traffic-Verschiebungen führen: Nicht-US-Publisher, die für US-Publikum produzieren, verlieren möglicherweise Discover-Reichweite. Google betont, dass Expertise themenspezifisch bewertet wird – eine lokale Nachrichtenseite mit Garten-Rubrik kann in diesem Bereich Expertise zeigen, auch wenn sie andere Themen abdeckt. Eine Content-Strategie, die auf Tiefe und Originalität in spezifischen Themenbereichen setzt, könnte vorteilhaft sein.
Quelle: Search Engine Land



