KW 37: Milliardenstrafe gegen Google, CTV und Cookie-Alternativen im Fokus
In der vergangenen Woche: Der Aufstieg von Retail Media und CTV beeinflusst die Werbestrategien von CPG-Marken. ID-Lösungen gewinnen als Alternative zu Third Party Cookies an Bedeutung. Außerdem gab es relevante Entwicklungen im Google-Kartellverfahren, die sich auf den Suchmarkt stark auswirken könnten.
Retail Media und CTV treiben Abkehr vom Third-Party-Cookie
Die Programmatic-Landschaft erlebt derzeit einen signifikanten Wandel, der insbesondere Consumer-Packaged-Goods-Marken (CPG) betrifft. Trotz Googles Verzögerung bei der Cookie-Abschaffung zeigt eine Forrester-Studie, dass 68 Prozent der B2C-Marketer bereits in Zero- oder First-Party-Datensammlung investieren. Gleichzeitig experimentieren 69 Prozent mit kontextbasierten Werbemethoden.
Dieser Trend wird vor allem durch zwei Faktoren vorangetrieben: die wachsende Bedeutung von Retail Media Networks (RMNs) und die Verschiebung von Budgets in Richtung Connected TV (CTV). Laut einer Nielsen-Studie betrachten 74 Prozent der Marketer RMNs als wichtiger für ihre Medienstrategie in 2025. CTV-Ausgaben sollen bei 66 Prozent der nordamerikanischen Marketer steigen.
Für euch als Publisher bedeutet dies eine Neuausrichtung der Werbestrategien eurer Kunden. Die Nachfrage nach präzisen Zielgruppendaten und kontextrelevanten Platzierungen wird weiter zunehmen. Es bietet sich die Chance, eure First-Party-Datenstrategien zu stärken und neue Partnerschaften mit Retail-Plattformen zu evaluieren.
Quelle: Digiday
Google muss Suchdaten teilen und exklusive Deals einschränken
Ein US-Bundesrichter hat Google im Rahmen des Kartellverfahrens auferlegt, bestimmte Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen und exklusive Vereinbarungen mit Geräteherstellern zu begrenzen. Diese Entscheidung zielt darauf ab, den Wettbewerb im Suchmarkt zu fördern, ohne Googles Kerngeschäft zu zerschlagen.
Google argumentiert, dass der intensive Wettbewerb, insbesondere durch KI-gestützte Alternativen, bereits vielfältige Optionen für Nutzer geschaffen hat. Das Unternehmen plant, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.
Quelle: Google Blog
EU verhängt Milliardenstrafe gegen Google im Display-Advertising-Markt
Die Europäische Kommission hat Google zu einer Strafe von 2,95 Milliarden Euro verurteilt. Der Vorwurf: Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung im Display-Advertising-Bereich durch Bevorzugung der eigenen Ad-Exchange-Plattform. Google muss nun innerhalb von 60 Tagen bestimmte selbstbevorzugende Praktiken einstellen.
Teresa Ribera, zuständige Wettbewerbsbeauftragte der EU, begründete den Schritt mit der Wahrung eines fairen, vertrauenswürdigen digitalen Werbemarktes.
Quelle: Adweek
Enttäuschung über Kartellentscheidung im US-Suchmarkt
Die kürzlich verkündeten Auflagen im US-Kartellverfahren gegen Google im Suchmarkt stoßen in der Branche auf gemischte Reaktionen. Viele Publisher und Werbetreibende hatten auf tiefgreifendere strukturelle Änderungen gehofft. Die Verpflichtung zur Datenweitergabe an „qualifizierte Wettbewerber“ und die Einschränkungen bei exklusiven Suchdeals werden als unzureichend und eher enttäuschend angesehen.
Kritiker argumentieren, dass die Maßnahmen zu spät kommen, da der Suchmarkt bereits durch KI-gestützte Alternativen im Umbruch ist.
Quelle: AdExchanger




