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Publisher News: Jede Woche wichtige Neuigkeiten aus der Branche.

KW 4: IAB Europe gewinnt Berufung, OpenRTB-Updates und AdTech-KI-Trends

19. Januar 2026/in Publisher News

In der vergangenen Woche: IAB Europe erringt Teilerfolg vor belgischem Gericht im TCF-Verfahren, während IAB Tech Lab neue OpenRTB-Standards für CTV vorstellt. Parallel präsentiert die AdTech-Branche auf der CES starke KI-Investitionen in autonome Werbesysteme und Google definiert klare Linien bei KI-Zahlungen an Publisher. Außerdem zeigt eine aktuelle Studie wachsende Investitionen bei anhaltenden Qualitätsproblemen im digitalen Advertising.

IAB Europe gewinnt Berufung gegen belgische Datenschutzbehörde

Das belgische Marktgericht hat IAB Europe in einem wichtigen Punkt Recht gegeben: Die Datenschutzbehörde APD hatte im Januar 2023 einen Aktionsplan validiert, der über die tatsächliche Verantwortlichkeit von IAB Europe im Transparency & Consent Framework hinausging. Das Gericht stellte fest, dass die APD ihre Entscheidung auf der Annahme basierte, IAB Europe sei nicht nur Joint Controller für die Verarbeitung von TC Strings, sondern auch für nachfolgende Datenverarbeitungen – eine Annahme, die bereits im Mai 2025 vom Marktgericht widerlegt wurde. Die Validierung des Aktionsplans wurde nun annulliert, da sie IAB Europe verpflichtete, Änderungen am TCF außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs umzusetzen. Zusätzlich stellte das Gericht fest, dass die APD IAB Europes Recht auf Anhörung verletzt hatte, indem sie ihre Entscheidung ohne vorherige Stellungnahme traf.

Die APD muss nun zeitnah eine neue Entscheidung treffen, die den engeren Rahmen der Joint Controllership berücksichtigt, wie ihn sowohl der Europäische Gerichtshof als auch das Marktgericht definiert haben. IAB Europe CEO Townsend Feehan betont, dass mehrere Anordnungen der APD-Entscheidung von Februar 2022 zu weitreichend waren und die Entscheidung vom Januar 2023 ebenfalls einen zu breiten Anwendungsbereich hatte.

Quelle: IAB Europe

Google zieht klare Linien bei KI-Zahlungen

Google hat bei seinen KI-Lizenzierungsregeln klar zwischen bezahlten und unbezahlten Nutzungen abgegrenzt – mit engen Verhandlungsmöglichkeiten für Verlage. Laut Google zahlt das Unternehmen für kontrollierten Zugriff auf Inhalte (z. B. Archive, APIs, Datensätze, die explizit vom Training ausgenommen sind), jedoch nicht für das Training von KI-Modellen auf frei zugänglichen Webinhalten. Das beruht auf der Argumentation, dass maschinelles Lernen statistische Analyse sei und keinen urheberrechtlich relevanten Zugriff darstelle. Diese Position stößt bei Medienhäusern auf Ablehnung, die darin eine „falsche Unterscheidung“ sehen, da Training dennoch kommerziellen Wert aus redaktionellen Inhalten ziehe.

Google unterscheidet zudem zwischen „nicht-expressiven“ und „expressiven“ KI-Antworten: Erstere enthalten keine Marken, Links oder Quellenverweise und gelten aus Sicht des Unternehmens als nicht urheberrechtlich relevant, während letztere mit Attribution potenziell vergütungspflichtig sind. Für viele Verlage sind gerade nicht-expressive Antworten problematisch, weil sie Traffic-Anreize aus dem offenen Web nehmen. Verleger kritisieren außerdem, dass bestehende Opt-out-Mechanismen schwach sind und etwaige NOSNIPPET-Einstellungen zu deutlichen Einbrüchen bei Klicks führen können. Diskussionen mit Wettbewerbsbehörden über Inhalte in KI-Suchfunktionen laufen, bieten aber bisher keinen klaren Ausweg für Publisher.

Quelle: Digiday

OpenRTB-Updates 2025 optimieren CTV-Monetarisierung

AB Tech Lab hat 2025 mehrere OpenRTB-Weiterentwicklungen veröffentlicht, die auf Anforderungen der CTV-Monetarisierung ausgerichtet sind. Die Content Taxonomy 3.1 erweitert die bisherige Version deutlich und ermöglicht eine detailliertere, multidimensionale Klassifikation von Inhalten. Mit Extended Content Identifiers können Inhalte über eindeutige IDs beschrieben werden, ohne Programmnamen oder sensible Metadaten direkt an DSPs zu übermitteln. DSPs können diese IDs bei angebundenen kontextuellen Anbietern auflösen.

Für Live-Events hat IAB Tech Lab drei sogenannte Sidecar-APIs spezifiziert: Die Concurrent Streams API stellt Echtzeitdaten zur parallelen Nutzung bereit, die Forecasting API unterstützt die Planung künftiger Reichweiten, und die Deals API standardisiert Deal-Metadaten zwischen Buy- und Sell-Side-Systemen. Ziel ist es, operative Reibungsverluste im Deal-Setup zu reduzieren und die Nutzbarkeit programmatischer Deals im CTV-Umfeld zu verbessern.

Ergänzend wurden Erweiterungen im OpenRTB-Object „Content“ eingeführt, darunter strukturierte Felder für Genre- und Taxonomie-Informationen, die eine konsistentere Bewertung von CTV-Inventar ermöglichen sollen.

Quelle: IAB Tech Lab

AdTech-Branche setzt auf autonome KI-Systeme

Auf der CES in Las Vegas stellten zahlreiche AdTech-Unternehmen neue Anwendungen rund um agentenbasierte KI und automatisierte Werbesysteme vor. Zeta Global kündigte eine Partnerschaft mit OpenAI für KI-gestützte Marketing-Workflows an. Yahoo DSP integriert agentic AI in Kampagnen-Setups, während Viant mit „Outcomes“ ein Produkt vorstellte, das Planung, Ausspielung und Messung stärker automatisiert.

PubMatic präsentierte mit AgenticOS einen Operating Layer für Agent-to-Agent-Kommunikation im programmatischen Handel. TVScientific integriert nach der Übernahme OpenX-APIs für den Zugriff auf Echtzeit-Bidstream-Daten. Index Exchange kündigte showbasiertes Reporting auf Basis von Gracenote-Daten an, während Magnite für seine ClearLine-Plattform mit Cognitiv kooperiert.

Parallel stellten Medien- und Agenturgruppen wie Disney und WPP KI-gestützte Tools für Kreation und Kampagnensteuerung vor. Studien aus europäischen Märkten zeigen jedoch weiterhin Zurückhaltung gegenüber KI-generierten Werbemitteln: In Frankreich gaben 46 Prozent der Befragten an, Marken bei verstärktem Einsatz von KI in der Werbung weniger zu vertrauen.

Quelle: Digiday

Europäischer Digital-Advertising-Markt wächst trotz Herausforderungen

IAB Europes inaugural Attitudes to Digital Advertising Report 2026 zeigt einen europäischen Markt, der weiter wächst, aber strukturelle Probleme aufweist. Über zwei Drittel der 170 befragten Advertiser, Agenturen, Publisher und AdTech-Unternehmen aus mehr als 25 Märkten erwarten steigende Investments oder Revenues in den nächsten zwölf Monaten.

Programmatic Maturity ist in Display mit 30 Prozent und Video mit 28 Prozent am stärksten ausgeprägt, während CTV und Digital Audio höhere Unsicherheit zeigen. Allerdings aktivieren nur 17 Prozent der Befragten die Mehrheit ihrer Kampagnen kanalübergreifend. Performance und Effizienz treiben mit 61 Prozent die Digital-Investments, gefolgt von operationellen Effizienzgewinnen mit 56 Prozent und Kosteneffizienz mit 54 Prozent.

Media Quality bleibt mit 52 Prozent die größte Wachstumsbarriere – Fraud, Brand Safety, Viewability und Transparenz-Challenges dominieren, dicht gefolgt von operationeller Komplexität. Connected TV führt die Wachstumserwartungen an: Fast sieben von zehn Respondenten identifizieren CTV als Top-Opportunity, gefolgt von AI und Retail & Commerce Media. 

Quelle: IAB Europe

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