KW 40: Microsoft’s Publisher-Marketplace, ChatGPT bald als Werbeplattform und Debatte um Schleichwerbung
Microsoft plant einen Content Marketplace für KI-Dienste, während OpenAI sein Personal aufstockt, um ChatGPT zu einer Werbeplattform zu machen. Außerdem: Das IAB Tech Lab setzt sich verstärkt dafür ein, technische Standards für die faire Lizenzierung von Publisher-Inhalten zu etablieren; immer mehr Verlage wenden sich weiteren Plattformen zu, um den Traffic-Verlust bei Google aufzufangen.
Microsoft plant Publisher Content Marketplace für KI-Dienste
Microsoft arbeitet an einem neuen Pilotprogramm namens Publisher Content Marketplace (PCM), das es euch ermöglichen soll, Inhalte für KI-Dienste wie den Copilot-Assistenten zu verkaufen. Dieses Projekt könnte eine Antwort auf die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Nutzung von Publisherinhalten durch KI-Unternehmen sein. Der Marketplace wäre der erste seiner Art und könnte ein nutzungsbasiertes Vergütungsmodell für Inhalte in KI-Anwendungen etablieren.
Laut Axios verhandelt Microsoft bereits mit ersten Publishern über das Pilotprogramm. Konkrete Details zu Vergütungsmodellen oder Zeitplänen sind noch nicht bekannt. Es bleibt auch offen, ob der Marketplace ausschließlich für Microsofts eigene KI-Lösungen oder auch für Drittanbieter zugänglich sein wird.
Quelle: t3n
OpenAI will ChatGPT zur Werbeplattform machen
OpenAI treibt die Monetarisierung von ChatGPT voran und sucht aktuell nach einem „Growth Paid Marketing Platform Engineer“. Diese Position soll den Aufbau einer hauseigenen Werbeplattform für den KI-Chatbot unterstützen. Ziel ist es, bis 2026 Werbung in der kostenlosen Version von ChatGPT zu schalten.
Die geplante Plattform könnte es Werbetreibenden ermöglichen, Kampagnen basierend auf Zielvorgaben automatisch durch KI planen, buchen und messen zu lassen. Dies verspricht eine hocheffiziente und zielgerichtete Ansprache eurer Zielgruppen.
Besonders interessant ist der Aspekt der KI-gesteuerten Kampagnenoptimierung. Sollte sich dieses Modell bewähren, könnte es auch für andere Plattformen und Adserver richtungsweisend sein.
Quelle: Search Engine Land
IAB Tech Lab’s Initiative setzt sich für KI-Content-Monetarisierung
Das IAB Tech Lab will mit der Gründung der Arbeitsgruppe „AI Content Monetization Protocols“ (CoMP) Publishern helfen, technische Standards für die faire Lizenzierung von euren Inhalten durch KI-Unternehmen zu entwickeln und euch so vor unerlaubtem Scraping zu schützen.
Bemerkenswert ist, dass das IAB Tech Lab hier Erfahrungen aus dem programmatischen Advertising nutzen will. Konzepte wie Deal IDs, Preisuntergrenzen und Logging-Funktionen sollen adaptiert werden. Außerdem ist ein Marktplatz geplant, auf dem Verlage und Medienhäuser ihre Inhalte KI-Unternehmen zu Lizenzzwecken zur Verfügung stellen – ähnlich einem programmatischen Markt, aber mit Anpassungen für Content-Lizenzierung.
Herausforderungen bleiben: Viele KI-Unternehmen zeigen bislang wenig Engagement, und offene Fragen bestehen hinsichtlich Urheberrecht, Vertragsbedingungen und technischer Umsetzbarkeit.
Quelle: Videoweek
Um rückläufige Google-Suchzugriffe aufzufangen, nutzen Verlage verstärkt andere Plattformen zur Traffic-Generierung
Aktuelle Trends zeigen interessante Verschiebungen im Social-Media-Bereich. Reddit gewinnt an Bedeutung als Quelle für organischen Traffic, während Pinterest trotz sinkender Verweiszahlen weiterhin als wichtige Plattform für Insights gilt.
Facebook verzeichnet überraschenderweise wieder Wachstum als Traffic-Treiber. Diese Entwicklungen bieten neue Chancen für eure Content-Strategie und Audience-Entwicklung. Eine differenzierte Herangehensweise an verschiedene Plattformen kann dazu beitragen, eure Reichweite zu optimieren und neue Zielgruppen zu erschließen.
Quelle: digiday
Die Debatte um Schleichwerbung erhält neue Brisanz
Immer mehr Marken setzen in sozialen Medien auf Inhalte, die nicht wie klassische Werbung aussehen, sondern als scheinbar organische Beiträge erscheinen. Dafür nutzen Unternehmen etwa User Generated Content, Influencer oder sogar künstlich angelegte Personas. Das Ziel: Reichweite und Glaubwürdigkeit steigern, ohne dass User sofort eine Anzeige erkennen.
Für Publisher, Marken und Creator entsteht dadurch ein Spannungsfeld. Während unmarkierte Beiträge oft bessere Performance versprechen, drohen rechtliche Risiken. Die Landesmedienanstalten ahnden Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht und können Bußgelder verhängen. Zugleich wird das Vertrauen der User gefährdet, wenn Werbung verschleiert wird.
Für digitale Publisher bedeutet das: Transparenz bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor. Schleichwerbung mag kurzfristig Reichweite bringen, doch langfristig zählen Glaubwürdigkeit, Compliance und sauberes Markenmanagement.
Quelle: DWDL

