KW 33: Verschärfte Regeln für politische Werbung, Curation, mehr Transparenz für Online-Werbung
In der vergangenen Woche drehte sich alles um wichtige Veränderungen in der AdTech-Landschaft: Google plant strikte Einschränkungen für politische Werbung in der EU, während die Branche insgesamt an mehr Transparenz arbeitet. Zudem gibt es rechtliche Auseinandersetzungen um Googles Marktposition und neue Erkenntnisse zum Thema Curation im programmatischen Advertising.
Google verschärft Richtlinien für politische Werbung in der EU
Ab September 2025 plant Google, seine Richtlinien für politische Werbung in der Europäischen Union zu verschärfen. Die neuen Regeln untersagen die Nutzung von Google-Plattformprodukten für politische Werbeinhalte gemäß der EU-Verordnung 2024/900. Dies betrifft Anzeigen von oder im Namen politischer Akteure sowie Werbung, die Wahlergebnisse, Wählerverhalten oder Gesetzgebungsprozesse beeinflussen soll.
Für euch als Webseitenbetreiber bedeutet das eine potenzielle Einschränkung bei der Monetarisierung politischer Inhalte über Google-Werbeprodukte. Besonders relevant ist die Aufforderung zur Selbstdeklaration: Ab Mitte August 2025 müsst ihr angeben, ob ihr politische Werbung schalten möchtet. Dies gilt für euch, wenn ihr Google Ad Manager, Google Ad Manager 360, Campaign Manager 360, Search Ads 360 und Display & Video 360 nutzt.
Ausnahmen sind für offizielle Mitteilungen zur Wahlorganisation oder behördliche Informationen möglich. Hierfür müsst ihr jedoch ein spezielles Verfahren beantragen. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Regulierung im digitalen Werbemarkt und erfordert möglicherweise Anpassungen in euren Monetarisierungsstrategien für politische Inhalte.
Quelle: Google
IAB Europe fördert Transparenz in der digitalen Werbung
Das Interactive Advertising Bureau (IAB) Europe hat ein neues Q&A-Dokument veröffentlicht, das die Rollen und Funktionen verschiedener Akteure in der digitalen Werbe-Supply-Chain erläutert. Ziel ist es, das Verständnis für das komplexe Ökosystem zu verbessern und unseriöse Akteure auszuschließen.
Besonders relevant für die Programmatic-Landschaft sind die Erläuterungen zu Transparenzstandards wie ads.txt, sellers.json und dem SupplyChain Object. Das Dokument betont auch die Bedeutung des Transparency & Consent Framework (TCF) für die DSGVO-Compliance. Für eure Monetarisierungsstrategie bietet diese Initiative wichtige Einblicke in Best Practices und Industriestandards.
Die Stärkung von Vertrauen und Transparenz im digitalen Werbemarkt kann langfristig zu stabileren Werbeerlösen führen. Es lohnt sich, die empfohlenen Standards zu implementieren und eure Prozesse entsprechend anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und das Vertrauen von Werbetreibenden zu stärken.
Quelle: IAB Europe
Rechtliche Auseinandersetzung: OpenX klagt gegen Google
Die Supply-Side-Plattform OpenX reichte am vergangenen Montag eine Klage gegen Google ein. Der Vorwurf: wettbewerbswidriges Verhalten im AdTech-Geschäft, das OpenX geschäftlich geschadet habe. Konkret werden Google Praktiken wie Selbstbevorzugung und Manipulation von Auktionen vorgeworfen.
OpenX behauptet, Google habe Publisher daran gehindert, Preisuntergrenzen festzulegen, die die Nutzung konkurrierender Ad-Exchanges begünstigt hätten. Zudem soll Google seinen AdServer DoubleClick for Publishers als Voraussetzung für die Nutzung seiner Ad Exchange vorgeschrieben und den Zugang zur AdWords-Plattform exklusiv über die eigene Ad Exchange ermöglicht haben.
Quelle: ADWEEK
Curation im programmatischen Advertising gewinnt an Bedeutung
Die Bedeutung von Curation als programmatischer Prozess hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Laut Drew Stein, Managing Director bei Audigent, sind drei Schlüsselelemente für erfolgreiche Curation entscheidend: einzigartige Daten, stabile Anbindung an das Inventar und Optimierungsfähigkeiten.
Konkrete Zahlen unterstreichen den Wert von Curation: Publisher konnten laut verschiedenen SSPs signifikante Steigerungen bei Bid Density, Win Rates und eCPMs verzeichnen. Beispielsweise berichtet OpenX von einer 20-prozentigen Steigerung der Bid Density und einer 118-prozentigen Erhöhung der Win Rate für kuratierte Deals im Vergleich zum Open Market.
Für eure Monetarisierungsstrategie bietet Curation erhebliches Potenzial. Die Implementierung kuratierter Deals könnte zu deutlich höheren Werbeerlösen führen. Besonders interessant sind die Ergebnisse für verschiedene Werbeformate: Bei Display-Werbung wurden durchschnittlich 33 Prozent höhere eCPMs erzielt, bei Online-Video sogar 57 Prozent.
Quelle: IAB Tech Lab

