Fünf Fragen zu Redirect Tracking als Cookie-Alternative

Fünf Fragen zu Redirect Tracking als Cookie-Alternative

Redirect Tracking nutzen Werbetreibende, um die Third Party Cookie-Problematik zu lösen und das Userverhalten zu verfolgen. Wir erklären, was hinter diesem Verfahren steckt und warum es ein möglicher Cookie-Nachfolger werden kann.

Nach dem Third Party Cookie-„Aus“ sucht die digitale Werbeindustrie händeringend nach Alternativen, die das Tracken des Surfverhaltens ermöglichen. Über einige Technologien haben wir bereits berichtet, wie zum Beispiel über Browser Fingerprinting oder Trust Tokens. Redirect Tracking ist ein weiteres Cookie-Pendant – das noch recht unbekannt ist.

Was ist Redirect Tracking und wie funktioniert es?

Wenn ein User zwischen zwei Websites navigiert, ist es mittels Redirect Tracking möglich, ihn zu verfolgen bzw. seine Daten zu speichern. Klickt er beispielsweise auf einen Link auf Seite A, um auf die Seite B zu kommen, wird er auf eine Domain X umgeleitet, bevor er zu seiner Zielwebsite gelangt. Sein Surfverhalten wird auf dieser „Zwischenstation“ gespeichert. Dies ist möglich, weil das Redirect Tracking First Party Cookies auf dem Browser des Users setzt. Da eine solche Umleitung innerhalb von Millisekunden erfolgt, merken sie eure Nutzer für gewöhnlich nicht.

Warum ist Redirect Tracking eine gute Cookie-Alternative?

Da diese Methode auf First Party Cookies basiert, ist sie eine der zuverlässigsten Möglichkeiten, Nutzerverhalten zu tracken. Diese Art von Cookies wird von Browsern normalerweise nicht blockiert und bleibt immer aktiv. Denn Erstanbieter-Cookies werden von Websites benötigt, um Usersitzungen abzuwickeln. Ein Beispiel hierfür sind Warenkörbe, die es Benutzern erlauben, Präferenzen bzgl. Sprache oder Währung einzustellen. Zudem: Dieses Tracking-Verfahren funktioniert sogar dann, wenn die Cookies von Drittanbietern deaktiviert sind.

Momentan ist das Redirect Tracking als eine Cookie-Alternative nicht sehr verbreitet: Laut einer aktuellen Studie, die auf dem Privacy Enhancing Technologies Symposium vorgestellt wurde, setzen knapp zwölf Prozent der 50.000 analysierten Websites diese Technik ein. Dabei sind DoubleClick von Google und Facebook die beiden in der Untersuchung am häufigsten vorgekommenen Redirecting Domains.

Welche Vorteile hat diese Tracking-Methode?

Einer der wichtigen Pluspunkte von Redirect Tracking ist, dass dieses Verfahren einen individuellen Werbekampagnen-Funnel (Kampagnentrichter) ermöglicht. Dieser kann recht simpel – also ohne eine Landingpage – oder auch komplex, mit mehreren Landingpages auf verschiedenen Pfaden, sein. Somit ist es eine flexible, skalierbare Lösung, um Nutzerverhalten zu verfolgen.

Das sind weitere Vorteile von Redirect Tracking:

  • Einfaches Setup: Eine Landingpage ist nicht unbedingt notwendig. Der Traffic kann direkt auf das Angebot einer Anzeige umgeleitet werden.
  • Simple Einrichtung: Die Redirect Tracking-Methode ist sehr einfach zu implementieren und erfordert keine komplexen Programmierungsmaßnahmen.
  • Rotierende Landingpages: Bei anderen Tracking-Methoden ist die Landingpage direkt mit einer Tracking-URL verknüpft, die unter einer Anzeige platziert ist. Mit Redirect Tracking ist es möglich, mehrere Landingpages innerhalb eines Kampagnen-Funnels zu verwenden und zum Beispiel A/B-Tests durchzuführen.

Gibt es auch Nachteile?

Redirect Tracking stößt in einigen Punkten an seine Grenzen:

  • Unterstützung der Traffic-Quelle: Nicht alle Traffic-Quellen-Plattformen lassen Redirect Tracking von Besuchern zu. Sie können Kampagnen, die dieses Verfahren verwenden, blockieren.
  • Ladezeiten: Umleitungen verlangsamen die User Journey von einer Anzeige zum Angebot. Dies ist vor allem bei einer langsamen Internetverbindung der Fall.
  • Organischer Traffic: Wenn Traffic nicht via Kampagnen-Funnel (also nicht per Anklicken einer Anzeige) erfolgt, wird er im Tracking-Verfahren nicht erfasst. Dabei können User auf einer „404-Fehlermeldung“-Seite landen, ohne auf die eigentliche Kampagnen-URL zu klicken.
  • Sichtbarkeit von Redirect-Umleitung: Theoretisch ist es möglich, dass User im Browserfenster einen „unbekannten“ Umleitungslink sehen und deshalb den Surfvorgang abbrechen.

Kann Redirect Tracking von Browsern blockiert werden?

Leider ja. Seit 2018 ist die Anti-Tracking-Funktion im Safari-Browser von Apple aktiv. Auch Mozilla hat bei seiner Firefox-79-Version den Tracking-Schutz verbessert und kann nun das Redirect Tracking blockieren. Zwar kann Firefox nicht verhindern, dass Cookies gespeichert werden. Jedoch sollen künftig alle Cookies von bekannten Werbungtreibenden nach 24 Stunden gelöscht werden, sodass User täglich für den Werbetreibenden eine neue Identität erhalten. Wie ZDNet.de berichtet, betrifft diese Maßnahme allerdings nicht alle Advertiser: Tracking Cookies von Microsoft, Google, Facebook und Twitter werden nur alle 45 Tage gelöscht. Denn sonst müssten sich Nutzer dieser Dienste jeden Tag neu anmelden.

Der Chrome-Browser von Google hingegen blockiert das Redirect Tracking nicht. Das erklärt der Konzern damit, dass Chrome das sogenannte SameSite-Attribut verwendet. Dieses definiert, welche Cookies über Websites hinweg ausgelesen werden können, und bei welchen dies unzulässig sein soll. Das soll Nutzern mehr Kontrolle über die Verarbeitung ihrer Daten geben.

Fazit

Redirect Tracking ist als einer der möglichen Cookie-Nachfolger noch recht unbekannt. Es stellt zwar eine gute Option dar, das Surfverhalten eurer User zu verfolgen und zu speichern. Doch die Methode bewegt sich eher in einer rechtlichen Grauzone, weshalb sie auch nur eingeschränkt einsetzbar ist. Allerdings geraten auch weitere Verfahren wie Browser Fingerprinting gelegentlich unter Beschuss von Datenschützern.

Welche Cookie-Alternativen sich letztendlich durchsetzen und auf dem Markt behaupten werden, bleibt abzuwarten. Vieles spricht dafür, dass es keine einheitliche Usertracking-Methode, stattdessen aber Kooperationen zwischen verschiedenen Parteien geben wird. So haben Vertreter der digitalen Werbebranche in den USA eine Initiative „Partnership for Responsible Addressable Media“ gegründet, um nach neuen Standards für die Post-Cookie-Ära zu suchen.

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Bildquelle: ©  faithie / stock.adobe.com

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